Spielsucht
Man spricht von Spielsucht, wenn das «Spielen wollen» zur Besessenheit wird, zum alles beherrschenden Drang. Das Verlangen nach dem Glücksspiel wird immer stärker. Das soziale und berufliche Umfeld drängt mehr und mehr in den Hintergrund. Spielen wird zum zentralen Lebensinhalt. Dabei gehen viel Zeit, Geld, Selbstvertrauen und Selbstachtung verloren. Andere Aspekte des Lebens wie Familie und Arbeit rücken nach und nach in den Hintergrund oder werden vernachlässigt.
Dies ist meist ein längerer Prozess, und die Betroffenen erkennen die Sucht oft erst sehr spät.

Dieser Weg geht dabei durch drei klar erkennbare Phasen:
Im Anfangsstadium werden oft grössere Geldbeträge gewonnen. Das Spiel wird mit positiven Gefühlen gekoppelt, man wird zum Unterhaltungs-Spieler. Dieses Verhalten wird gefährlich, wenn ein Spieler ständig viel Geld ausgibt oder sogar kleine Darlehen aufnimmt, um weiter spielen zu können.
Im Gewöhnungsstadium wird vorwiegend geliehenes Geld eingesetzt. Aus dem Unterhaltungs-Spieler wird ein Missbrauch-Spieler. Aufgenommene Darlehen werden verheimlicht, eine schleichende Distanzierung gegenüber Familie und Freundeskreis ist beobachtbar. Der Spieler ist jedoch überzeugt, die Schuldensituation wieder in den Griff zu bekommen. «Sobald ich keine Schulden mehr habe, höre ich mit Spielen auf» ist eine typische Aussage in diesem Stadium.
Im Suchtstadium wird das Spiel zur Ganztagesbeschäftigung. Das Spielen ist zum dominanten Lebensinhalt geworden. Der Exzess-Spieler wird zum Verzweiflungs-Spieler und verliert Sozialkontakte, Arbeit und Anerkennung. Diese Phase wird als Spielsucht diagnostiziert.

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