Prävention Spielsucht

Ziel der Sozialkonzepte der Spielbanken Baden, Basel, Bern, Luzern, Davos, Interlaken und Neuenburg ist es, das Glücksspiel in einem guten, sozialverträglichen Rahmen zu ermöglichen. Dabei geht es darum, mit geeigneten Massnahmen potenzielle Probleme zu verhindern (Prävention), Anzeichen von entstehenden Problemen möglichst früh zu erkennen und darauf entsprechend zu reagieren (Früherkennung) und bei vorliegenden Problemen die passende Behandlung zu vermitteln (Beratung und Behandlung).

Jugendliche schützen

Studien zeigen, dass männliche Jugendliche und junge Erwachsene besonders gefährdet sind, ein problematisches Glücksspielverhalten zu entwickeln (vgl. Hurrelmann et al. 2003; Meyer, 2011). Jugendliche neigen aufgrund ihres noch nicht vollständig entwickelten Gehirns zu impulsivem, austestendem und grenzüberschreitendem Verhalten. Aus suchtpräventiver Sicht ist zu bedenken, dass ein früher Glücksspiel-Einstieg ein Risikofaktor für die Ausbildung einer Glücksspielsucht im Erwachsenenalter darstellt. Deshalb sollten Massnahmen zum Jugendschutz, z.B. Ausweiskontrollen konsequent eingehalten werden und Aufklärung im Jugendalter erfolgen.

Prävention

Die Prävention will mit geeigneten Massnahmen allfällige Probleme von Anfang an verhindern. Dazu zählen z.B. Informationsbroschüren zu Risiken des Glücksspiels, routinemässige Eingangskontrollen bei Casinos oder die Sorgfaltspflicht, die von den Casinos verlangt wird.

Früherkennung

Das Ziel der Früherkennung besteht darin, Anzeichen eines problematischen Glücksspiels (z.B. zu riskante Einsätze mit Blick auf das vorhandene Budget) frühzeitig zu erkennen und darauf passend zu reagieren. Eine wirksame Früherkennung kann mit folgendem Vorgehen realisiert werden:

 

  • Systematik bei der Wahrnehmung/Beobachtung von Warnsignalen, die auf ein problematisches Glücksspielverhalten hinweisen können (z.B. zunehmend riskantes Glücksspiel).
  • Systematik beim Austausch und Bewerten der gemachten Wahrnehmungen/Beobachtungen unter den Beobachtern (d.h. Casinopersonal) bezogen auf die Situation des betroffenen Spielers bzw. der betroffenen Spielerin.
  • Systematik und Professionalität bei der Einleitung von Interventionen (z.B. mit den Gästen persönliche Gespräche führen für individuelle Lösungen).

 

Auch Personen aus dem nahen Umfeld (Familie, Freundeskreis, berufliche Kolleginnen und Kollegen, Vorgesetzte) können Warnsignale oft frühzeitig wahrnehmen. Das rechtzeitige Mobilisieren von Hilfe durch Drittpersonen lohnt sich (Hinweise Dritter).

Beratung und Behandlung

Bei der Beratung bzw. Behandlung geht es darum, bestehende Probleme zu lösen. Dazu stehen verschiedene spezialisierte Fachstellen und Unterstützungsmöglichkeiten zur Verfügung (Netzwerke und Websites für die Selbsthilfe, Beratungsstellen, Schuldenberatung, Therapieangebote).